10. Mai 2021

Erfolg ist, was ICH willSuccess Is What YOU Want It to Be


Menschen sind soziale Wesen, wir brauchen die Nähe zu anderen. Doch tun wir dies nicht nur, weil wir uns in Gegenwart wohler fühlen. Oder gar aus uneigennützigem Gemeinsinn. Es gibt da auch einen ganz egoistischen Selbstzweck: Es steigert unsere Lebenschancen.

„Einer für alle, alle für einen!“

Menschen sind nicht dumm. Im Gegenteil! Und weil das so ist, lernen wir auch aus der Evolution. Von ihr wissen wir, dass lebensverlängernde Maßnahmen große Vorteile bringen. Eine solche Maßnahme ist, Schutz in der Gruppe zu suchen.
Also tun wir alles, um unseren Platz dort zu sichern. Wir zeigen uns als verlässliches Mitglied. Denn wir wissen: Reputation und Status sind nicht nur „nice to have“. Sie sind für uns überlebenswichtig.

Vermutlich

…werden wir deshalb mit einem ausgeklügelten System von Sensorik und Fertigkeiten auf die Welt geworfen, das uns hilft, uns Gruppen anzuschließen, uns darin zu orientieren und unseren Platz zu finden: Wir versetzen uns in andere hinein, fühlen mit, nehmen Stimmungen auf und leiten daraus ab, was im Moment angemessen ist oder auch längerfristig von uns erwartet wird. Dann passen wir unser Verhalten daran an.

Das tun wir laufend. Und weitgehend unbewusst.



Das bedeutet auch

…dass die Bewertungskriterien, die unser Umfeld für Erfolg definiert, sofort und automatisch (!) auch für uns gelten. Ob wir das wollen oder nicht.

Mit sehr feinen Antennen nehmen wir auf, was gefordert ist. Dabei achten wir wenig bis gar nicht auf das, was gesagt wird. Entscheidend für uns ist, was die anderen tun:

  • Die KollegInnen geben anlässlich ihres Geburtstags einen aus? Dann werde wohl auch ich ein paar Flaschen Sekt und einen Kuchen mitbringen.
  • In der Abteilungsküche stapelt sich das Geschirr? Dann werde ich es auch nicht so genau nehmen.
  • Vor allem sehen wir uns an, was Führungspersonen und Meinungsführer tun: Der Chef schreibt nachts E-Mails? Dann wird das wohl auch von mir erwartet.

Durch diesen archaisch-intuitiven Verhaltenskodex wissen wir: Indem wir die überwiegend unausgesprochenen Gruppenregeln befolgen erhalten wir Anerkennung und Status.


Beides anzustreben

… und so gesellschaftliche Akzeptanz zu erlangen, macht also sozio-psychologischen Sinn: Es gibt uns Sicherheit. Und Sicherheit ist DAS menschliche Grundbedürfnis schlechthin. Danach streben wir zuallererst.

„Von anderen akzeptiert zu sein stellt nicht nur ein psychisches, sondern ein biologisches Grundbedürfnis dar.“ (Joachim Bauer)


Trotzdem

… ist Sicherheit nur eines von unseren wichtigen Bedürfnissen. Mindestens ebensowichtig (und mit zunehmenden Alter immer wichtiger) ist für uns, dass wir uns selbst verwirklichen.

Wir wollen unser Leben so leben, wie wir es für richtig halten. Wir wollen selbst und frei entscheiden, was wir für uns erreichen möchten, was für uns wichtig ist und wie wir das erreichen. Natürlich werden wir dabei weiterhin von Werten und Normen unserer Umwelt beeinflusst.

Letztendlich und meist insgeheim lassen wir uns aber nicht hereinreden:


Was für uns wichtig ist und wie wir Erfolg messen, ist und bleibt: Allein unsere Sache!


Das bietet natürlich viel Stoff

… für Konflikte mit sich und der Welt. Derjenige, der Normen und Wertvorstellungen der Gemeinschaft stets ignoriert und seine eigenen Vorstellungen durchsetzt oder durchzusetzen versucht, läuft Gefahr, dort dauerhaft ausgeschlossen zu werden./1/


Auf dem gegensätzlichen Holzweg

… ist aber auch der, der ausschließlich auf Erfüllung externer Anforderungen und soziale Anerkennung baut. Denn er verrät dauerhaft seine eigenen Ziele, Wünsche und Werte, was langfristig zum Verlust von Selbstachtung führt.

Das ist deprimierend.

Persönlicher Erfolg bedeutet aber zufrieden zu sein. Deshalb ist wichtig, Ziel- und Wertekonflikte auszutragen und im eigenen Sinne zu lösen. Dadurch erst lassen sich jene Spielräume ausloten, die wir haben, um sie für das zu nutzen, was uns wichtig ist. DAS selbstbestimmt und flexibel zu tun, bedeutet persönlichen Erfolg.


Gelingen kann mir das nur

… wenn ich ehrlich für mich beantworte, was ich unbedingt brauche, ich unbedingt will, ich unbedingt erreichen möchte. Denn beim gesellschaftlichen und beruflichen Erfolg reden viele mit. Am besten aber eben nur die Menschen, denen ich es erlaube und mit welchen ich wirklich gerne zusammen sein möchte.


Und das entscheide am besten eben nur: Ich.



Anmerkungen & Links


 


Humans are social beings, we need to be close to others. But we don’t do this just because we feel more comfortable in the presence of others. Or even out of an unselfish social sense. There is also a completely egoistic end in itself: Our life chances are increased.


„One for all, all for one!“

People are not stupid. On the contrary! And because that is so, we learn from evolution. We know from the past that life-prolonging measures bring great advantages. One such measure is to seek protection in a group.
So we do everything we can to secure our place there. We show ourselves to be a reliable member. Because we know: Reputation and status are not just „nice to have“. They are essential for our survival.

That’s probably

…why we are thrown into the world with an sophisticated system of sensors and skills that help us join groups, orient ourselves within them, and find our place: We put ourselves in others‘ shoes, empathise, pick up on moods and deduce what is appropriate at the moment or even expected of us in the longer term. Then we adapt our behaviour accordingly.

We do this all the time. And largely unconsciously.


This also means

…that the evaluation criteria that our environment defines for success immediately and automatically (!) also apply to us. Whether we like it or not.

With very fine antennae we pick up what is required. In doing so, we pay little or no attention to what is said. What is decisive for us is what others do:

  • The colleagues are buying a drink on the occasion of their birthday? Then I will probably also bring a few bottles of champagne and a cake.
  • The dishes are piling up in the department kitchen? Then I won’t take it too seriously either.
  • Most of all, we look at what leaders and opinion leaders do: The boss writes emails at night? Then that’s probably expected of me too.

Through this archaic-intuitive code of conduct, we know: By following the predominantly unspoken group rules, we get recognition and status.


To strive for both

… and thus gain social acceptance makes socio-psychological sense: it gives us security. And security is THE basic human need par excellence. That is what we strive for first and foremost.

„To be accepted by others represents not only a psychological, but a basic biological need.“ (Joachim Bauer)


Despite this

… security is only one of our important needs. At least as important (and increasingly important as we get older) is that we realise ourselves.

We want to live our lives as we believe is right for us. We want to decide for ourselves and freely what we want to achieve for ourselves, what is important to us and how we achieve it. Of course, we continue to be influenced by the values and norms of our environment.

In the end, however, and mostly in secret, we do not allow ourselves to be talked into it:


What is important to us and how we measure success is and remains: Our business alone!


This, of course, provides much material

… for conflicts with oneself and the world. The one who always ignores norms and values of the community and enforces or tries to enforce his own ideas runs the risk of being permanently excluded there./1/


On the opposing wrong track

… on the other hand, is the one who relies exclusively on the fulfilment of external demands and social recognition. For he permanently betrays his own goals, desires and values, which in the long run leads to a loss of self-respect.

That is frustrating.


I can only manage this

… if I honestly answer for myself what I necessarily need, I necessarily want, I necessarily want to achieve. Because when it comes to social and professional success, many people have a say. Preferably, however, it should only be those people whom I allow and with whom I really want to be together.


That should better be my call.


Notes & Links