Die dynamischen Situationen der letzten Monate und Jahre haben uns allen einiges abverlangt. Viele unserer essentiell wichtigen Institutionen sind an ihre Leistungsgrenzen gekommen, manchmal sind sie sogar darüber hinaus gestoßen worden. Plötzlich taten sich in vielen wichtigen Lebensbereichen ziemlich große Schwierigkeiten und Probleme auf. Und zwar so, wie wir das vor Kurzem für nicht möglich gehalten hatten.
Es wäre schön und auch gut
wenn diese Probleme auf individuellen Unwillen oder Unvermögen zurückzuführen wären. Denn dann ließen sie sich schnell lösen. Zum Beispiel könnten wir die Unwilligen ersetzen und den Unfähigen helfen, besser zu werden.
Doch so einfach ist es nicht. (Und war es nie.)
Erstens
weil – von wenigen Ausnahmen abgesehen – allerorten motivierte, engagierte und auch fähige Menschen sitzen, die ihr Handwerk sehr wohl beherrschen.
Und das zu unserem großen Glück! Nicht auszudenken, wie diese durchwachsene Zeit verlaufen wäre, wenn wir uns auch noch mit weit verbreiteter LMAA-Haltung und allgemeiner Dummheit hätten herumschlagen müssen – es reichen ja schon die lauten Minderheiten.
Zweitens
deshalb, weil die Lage zu allgemein, zu komplex und eben auch zu dynamisch ist, als dass einzelne einfache und lokale Maßnahmen wie die oben erwähnten helfen könnten.

Gemeinsame Vorhaben werden nicht etwa alleine dadurch gut
dass man unausgesprochen darauf vertraut, dass mächtige Entscheidungsrunden schon rechtzeitig gut entscheiden. Oder darauf, dass jede/r zur richtigen Zeit schon irgendwie das Richtige machen wird.
Gut werden die Vorhaben, indem man sie koordiniert gemeinsam angeht und die Stärken und Motive aller Beteiligten zielgerichtet anspricht und nutzt. Und indem man Rahmen und Rollen so setzt, dass sich all das auch entfalten kann.
Gerade deshalb wünsche ich uns
dass möglichst viele Menschen gute Lehren aus den vergangenen Monaten ziehen und wir gemeinsam daran arbeiten, uns in den wichtigen Bereichen anders, besser, weniger zwanghaft, einfach schlauer zu organisieren.
Die aktuellen widrigen Umstände werden uns vermutlich noch lange begleiten. Und sicherlich warten auch andere unvorhergesehene widrige Herausforderungen auf uns.
Es wird gut sein, wenn wir uns gemeinsam darauf einstellen.
Literatur
- Bude, Heinz: Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee.
- Nowak, Martin A., Highfield, Roger: Kooperative Intelligenz. Das Erfolgsgeheimnis der Evolution.
- Rosa, Hartmut: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung.
- Snowden, Dave: Cynefin – Weaving Sense-Making Into the Fabric of Our World.
- Tharp, Twyla: The Collaborative Habit. Life Lessons for Working Together.
- Tomasello, Michael: Warum wir kooperieren.
The dynamic situation of the last months and years has been challenging for all of us. Many of our substantially important institutions have been pushed to their limits, sometimes even beyond. All of a sudden, quite big difficulties and issues popped up in many important areas of life. More so, in a way that we had not considered possible until recently.
It would be great
if individual unwillingness or inability would be to blame. For then they could be solved quickly. For example, we could replace the unwilling and help the incapable to become better.
Unfortunately, it is not that simple. (And it never was.)
Firstly
because – apart from a few exceptions – motivated, committed and also capable people sit everywhere. And they know very well what they are doing.
And that to our great fortune! Just imagine, what would have happened if thera had been attitude of unwillingness and general stupidity – the noisy few are enough.
Secondly
because the situation is too universal, too complex, and just too dynamic. Single, simple and local measures like the ones mentioned above are of no use.“

Joint endeavors do not become good merely by
that everyone silently trusts in small circles of wise people who will decide the right things when the time’s right. Or trusting that everyone will somehow do the right thing at the right time. „Eventually, things will fall into place!“
Projects succeed by approaching them together in a coordinated manner and by addressing and using everyone’s strengths and motives in a focused way. And also by setting the framework and roles so that all this can unfold.
That is the very reason I wish us
that as many people as possible learn good lessons from the past months and that from now on we more and more work jointly on organizing ourselves differently, better, less obsessively, simply smarter in the important areas.
It’s safe to say, that the we will find ourselfs in the current uncertain and dynamic situation for a longer time. And certainly other unforeseen challenges await us.
It will be good if we adapt to them. Together.

Gerade deshalb wünsche ich uns