Eine ziemlich gemeine Eigenart von Burnout und Erschöpfungsdepressionen ist, dass sie direkt Betroffene (scheinbar) überraschend trifft – obwohl sich die große Krise oft lange schon ankündigt, freilich ohne, dass das Betroffene sehen oder sehen wollen. Auf einen Schlag geht dann nichts mehr. Und zwar ohne, dass man sich erklären könnte, warum. Deshalb hier einige Hintergrundinformation für alle, die damit beginnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Für weiterführende Informationen siehe die Hinweise unten. Und fragen Sie auch unbedingt Ihren Arzt!

Burnout ist…
…ein Zustand
der sich durch körperliches und seelisches Unwohlsein äußert und oft mit einer tiefen persönlichen Sinnkrise verbunden ist. Burnout kann sich über Jahre hinweg aufbauen und hinziehen – mit wechselnden guten und schlechten Phasen. Ursache ist so gut wie immer eine oder mehrere längere Stressphasen, infolge dessen der Stoffwechsel gestört wird und sich eigentlich hilfreiche Denk- und Handlungsmuster verselbständigen und dadurch ungut wirken. So kommt ein Prozess in Gang, der dauerhaft negativ auf das körperliche, seelische und soziale Gleichgewicht der Betroffenen wirkt. Zunächst geschieht das sehr langsam und unmerklich, im weiteren Verlauf aber immer schneller und stärker bis es – im Extremfall – zu einem körperlichen und/oder seelischen Zusammenbruch kommt.
…ein Sammelbegriff
für viele krankhafte physische und psychische Leiden. Die Fachwelt diskutiert schon länger, wie Burnout als Krankheit genau zu definieren und wie am besten damit umzugehen ist.
Für Sie ist im Moment nur wichtig: Ihnen geht es schlecht, und zwar gesundheitlich! Gehen Sie zum Arzt!
… mit einem ganzheitlichen Erschöpfungszustand verbunden
und zwar mental und/oder körperlich. Oft wird dieser Zustand als „total“ beschrieben, und er mündet meist in irgendeine Form von Depression.
Deshalb – das ist wichtig – hat Burnout auch eine selbstzerstörerische, lebensbedrohlich suizidale Komponente.
… ein Resultat aus langanhaltendem Stress
Unabhängig von äußeren Stressoren ist Stressempfinden stark vom Einzelnen abhängig. Vom Einzelnen hängt deshalb auch ab, was wie lange nötig ist, um krankhaft auszubrennen.

… eine Reaktion auf Überforderungsphasen
Ursache für Burnout ist eine übermäßige, meist unbewusste körperliche, seelisch-mentale und auch soziale Beanspruchung bzw. Vernachlässigung als Reaktion auf Stress und anhaltende Überforderungsphasen. Insofern ist Burnout äußeren Umständen geschuldet, er entspringt jedoch trotzdem den eigenen individuellen Mustern.
Beispiele:
- Starkes und fast ausschließliches Ausrichten und Konzentration auf einen Lebensbereich über einen längeren Zeitraum (Arbeit bzw. Karriere, Partnerschaft etc.)
- Perfektionismus und enorm hohes idealistisches Anspruchsdenken mit entsprechenden Leistungserwartungen an sich und andere
- Überzogenes Schultern von (Fremd-) Verantwortung
- Überstunden bzw. lange Tages- und Wochenarbeitszeiten
- Verzicht auf Pausen und Schlaf
- Gedankenloses Essen und Trinken (was, wieviel, wie schnell)
- Übermäßiger oder gedankenloser Kaffee-, Zigaretten-, Alkohol-, Zucker- oder Fernsehkonsum
- Wenig Bewegung, zumindest weniger als sonst
- Hintanstellen der eigenen Bedürfnisse und Interessen
- Schleichender Verzicht auf private Termine und Kontakte
Der Stoffwechsel ist für Gehirn und Körper entscheidend.
Bei Burnout ist der Stoffwechsel stressbedingt gestört, was sich unterschiedlich auswirkt, z.B.:
- Merkfähigkeit und Konzentration lassen nach.
- Erholung ist erschwert bzw. gar nicht mehr möglich.
- Ständige Müdigkeit macht sich breit, auch mehrere Stunden Schlaf bringen keine Erholung mehr.
- „Dünnere Haut“, erhöhte Aggressivität
- Eingeschränkte Analysefähigkeit, Tunnelblick
- Eingeschränkte Fähigkeit gute Entscheidungen zu treffen
- Die Leistungsfähigkeit sinkt insgesamt.
Gleichzeitig verselbständigen sich so genannte Erfolgsmuster
und zwar meist unbewusst! Gemeint sind damit gewisse Denk-, Handlungs- und Gefühlsmuster, die man sich im Laufe seines Lebens angeeignet hat und nun im Gehirn überrepräsentiert sind. Deshalb finden sie in Stress- und Überforderungsphasen übermäßige – und eben meist unbewusste (!) – Anwendung, z.B.:
- Erfolgsdenken: „Es zählen ausschließlich Ergebnisse und Leistung!“
- Statusdenken: „Was sollen denn die anderen denken?“
- Existenzangst: „Ich muss, sonst ist alles aus!“
- Generalismus, Idealismus: „Man kann doch nicht…!“, „Wenn nicht ich, wer dann?“
- Durchhalten: „Das wird schon wieder!“, „Zähne zusammenbeißen!“,
- Dranbleiben: „Viel hilft viel!“
Diese in spezifischen Einzelsituationen hilfreichen, jetzt fast ausschließlich wirkenden Muster sorgen für einen kontraproduktiven Umgang mit sich und der Situation und erschweren Betroffenen, ihre Gefährdung oder Erkrankung zu erkennen und notwendige Schritte einzuleiten.
Und das, obwohl es an deutlichen Hinweisen des eigenen Körpers und des Umfelds oft nicht mangelt, z.B. anhaltend und/oder wiederkehrend:
- Kopf-, Rückenschmerzen
- Sodbrennen
- ständige Infekte
- Lust- und Antriebslosigkeit
- erschöpftes, müdes Gefühl
- Schlaf-, Verdauungsstörungen
- Konflikte und Streitereien
- erhöhte Aggressivität
- immer weniger (private) soziale Kontakte
- ständiges Grübeln
- Panik- bzw. Angstattacken
- Hörsturz/Tinnitus
- vermehrte Streitereien und Konflikte
- sozialer Rückzug, Vereinsamung
Wenn Sie sich fragen, ob und inwiefern Sie von Burnout betroffen sind: Haben Sie bis hierher mit Eigeninteresse gelesen? Dann könnte es sinnvoll sein, sich näher zu informieren und gegebenenfalls Schritte einzuleiten! Gehen Sie so schnell es geht zum Arzt!
Weiterführende Informationen
- Telefonseelsorge: 0800/1110111 & 0800/1110222.
- Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker: 01805 950 951, 0228 71 00 24 24 oder seelefon@psychiatrie.de
- www.yourway2life.de: Website der Münchner Burnout-Selbsthilfegruppe. Ausführliche Hinweise zu Hilfsangeboten, Literatur- und Medienhinweise zu Burnout und Depression
- Münchner Bündnis gegen Depression
- www.therapie.de: Webpräsenz des Münchner Vereins Pro Psychotherapie. Sehr informativ, alles zum Thema Psychotherapie (Arten und Formen, Ablauf etc.). Mit Therapeutensuche.
- www.buendnis-depression.de: Deutsches Bündnis gegen Depression
- www.deutsche-depressionshilfe.de: Deutsche Depressionshilfe
- www.depressionsliga.de: Die Deutsche DepressionsLiga e.V. ist eine ehrenamtlich organisierte und bundesweit aktive Patientenvertretung für an Depressionen erkrankte Menschen.
- www.angstselbsthilfe.de: Als Verein organisierte Unterstützung von Menschen mit Angsterkrankung: Information, Beratung und Selbsthilfe bei Angsterkrankungen
- www.nakos.de: Bundesweite Informations- und Vermittlungsinstanz im Feld der Selbsthilfe in Deutschland
- www.suizidpraevention-deutschland.de
Nationales Suizid Präventions Programm für Deutschland. In Zusammenarbeit u.a. mit dem European Network on Suicide Research and Prevention, der Weltgesundheitsorganisatin (WHO) und unter der Beteiligung des Bundesministeriums für Gesundheit.
A rather mean characteristic of burnout and exhaustion depression is that it (apparently) comes as a surprise to those directly affected – although the big crisis has often been looming for a long time, admittedly without those affected seeing or wanting to see it. All of a sudden, nothing works anymore. And without any explanation as to why. Therefore, here is some background information for all those who are beginning to deal with the issue.
For more information, see the notes below. And also make sure to check with your doctor!

Burnout is…
…a condition
that manifests itself through physical and emotional malaise and is often associated with a deep personal crisis of meaning. Burnout can build up and drag on for years – with alternating good and bad phases. The cause is almost always one or more prolonged periods of stress, as a result of which the metabolism is disturbed and patterns of thought and action that are actually helpful take on a life of their own and thus have an unhealthy effect. This starts a process that has a lasting negative effect on the physical, mental and social balance of those affected. At first, this happens very slowly and unnoticed, but as it progresses, it becomes faster and stronger until – in extreme cases – a physical and/or mental breakdown occurs.
…a collective term
for many pathological physical and psychological conditions. Experts have been discussing for some time now how exactly to define burnout as an illness and how best to deal with it.
All that matters to you at the moment is that you are in a bad healthy state! Go to the doctor!
… Associated with a holistic state of exhaustion
mentally and/or physically. Often this state is described as „total“, and it usually results in some form of depression.
Therefore – and this is important – burnout also has a self-destructive, life-threatening suicidal component
… A result of prolonged stress
Regardless of external stressors, stress perception is highly dependent on the individual. It therefore also depends on the individual what is needed, and for how long, to burn out pathologically.

… A reaction to periods of overwork
Burnout is caused by excessive, mostly unconscious physical, mental and social stress or neglect as a reaction to stress and prolonged periods of overwork. In this respect, burnout is due to external circumstances, but it nevertheless arises from one’s own individual patterns.
Examples:
- Strong and alppointments and contacts
Metabolism is crucial for the brain and body
- In burnout, metabolism is disturbed due to stress, which has different effects, e.g.:
- Mindfulness and concentration decrease.
- Recovery is difficult or no longer possible.
- Permanent fatigue spreads, even several hours of sleep no longer bring recovery.
- „Thinner skin“, increased aggressiveness
- Limited ability to analyze, tunnel vision
- Limited ability to make good decisions
- Overall performance decreases
At the same time, so-called success patterns take on a life of their own
and mostly unconsciously! This refers to certain patterns of thinking, acting, and feeling that have been acquired in the course of one’s life and are now over-represented in the brain. This is why they are used excessively – and mostly unconsciously (!) – in phases of stress and overstrain, e.g.:
- Success thinking: „Only results and performance count!“
- Status thinking: „What will others think?“
- Existential fear: „I have to, otherwise that‘ s it!“
- Generalism, idealism: “ You cannot…!“, „If not me, then who?“
- Perseverance: „It’ll be alright!“, „Grit your teeth!“,
- Staying with it: „A lot helps a lot!“
These patterns, which are helpful in specific individual situations and now work almost exclusively, ensure a counterproductive way of dealing with oneself and the situation and make it difficult for those affected to recognise their danger or illness and take necessary steps.
And this despite there often being very clear warning signals from one’s own body and the environment, e.g. persistent and/or recurrent:
- Headache, backache
- Heartburn
- Continuous infections
- Lack of desire and drive
- Exhausted, tired feeling
- Sleep, digestive disorders
- Increased aggressiveness
- Fewer and fewer (private) social contacts
- permanent rumination
- Panic or anxiety attacks
- Hearing loss/tinnitus
- Increased quarrels and conflicts
- Social disengagement, loneliness
If you are wondering whether and to what extent you are affected by burnout: Have you read this far with self-interest? Then it mightbe wise to find out more and take steps if necessary! See a doctor as soon as possible!
Further information
- Telefonseelsorge: 0800/1110111 & 0800/1110222.
- Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker: 01805 950 951, 0228 71 00 24 24 oder seelefon@psychiatrie.de
- www.yourway2life.de: Website der Münchner Burnout-Selbsthilfegruppe. Ausführliche Hinweise zu Hilfsangeboten, Literatur- und Medienhinweise zu Burnout und Depression
- Münchner Bündnis gegen Depression
- www.therapie.de: Webpräsenz des Münchner Vereins Pro Psychotherapie. Sehr informativ, alles zum Thema Psychotherapie (Arten und Formen, Ablauf etc.). Mit Therapeutensuche.
- www.buendnis-depression.de: Deutsches Bündnis gegen Depression
- www.deutsche-depressionshilfe.de: Deutsche Depressionshilfe
- www.depressionsliga.de: Die Deutsche DepressionsLiga e.V. ist eine ehrenamtlich organisierte und bundesweit aktive Patientenvertretung für an Depressionen erkrankte Menschen.
- www.angstselbsthilfe.de: Als Verein organisierte Unterstützung von Menschen mit Angsterkrankung: Information, Beratung und Selbsthilfe bei Angsterkrankungen
- www.nakos.de: Bundesweite Informations- und Vermittlungsinstanz im Feld der Selbsthilfe in Deutschland
- www.suizidpraevention-deutschland.de
Nationales Suizid Präventions Programm für Deutschland. In Zusammenarbeit u.a. mit dem European Network on Suicide Research and Prevention, der Weltgesundheitsorganisatin (WHO) und unter der Beteiligung des Bundesministeriums für Gesundheit.
Gleichzeitig verselbständigen sich so genannte Erfolgsmuster