Gutes Zeit- und Selbstmanagement ist eines, das zufrieden macht. Und zufrieden wird, wer sich erlaubt, stets so gut wie möglich zu sein, statt immer besser zu werden.
Einfach nur gut sein?
Wie bitte? Einfach nur gut sein? In heutigen Zeiten kann dieser Gedanke geradezu verwegen, provokant, ja vielleicht sogar radikal wirken. Denn die Dinge jetzt – also im aktuellen Moment – so gut wie möglich zu machen, erfordert nämlich gleichzeitig zu erkennen und zu akzeptieren, dass auch die Ergebnisse jetzt – im aktuellen Moment – maximal gut sind. Mehr ist jetzt – im aktuellen Moment – nicht rauszuholen.
Doch…
… fordert der Zeitgeist nicht das genaue Gegenteil? Ist nicht gerade eine der wichtigsten Forderungen heute, dass wir uns als Einzelne und als Gesellschaft niemals mit dem Status Quo zufrieden geben sollen?
Das zumindest…
…lernen wir früh in Familie, Ausbildung und Job: „Nur eine drei in Englisch? Das kannst du doch besser!“ – „Welche zusätzlichen Qualifikationen zum Studium haben Sie vorzuweisen?“ – „Ist das wirklich Ihr bestes Konzept, Ihr bestes Produkt, Ihr bestes Angebot?“ Wir verinnerlichen: Was zählt, ist: Weiter, besser, mehr! Sich stets anstrengen, mehr, bessere Leistungen zu wollen, das ist nicht nur die Devise. Es ist auch ein Wert für sich.
Und ja,
für uns und andere ist das Streben nach Mehr und Besserem eine sehr gute Sache.
Allerdings nur, solange wir es zielgerichtet nutzen. Als Mittel für unsere Zwecke bringt es uns dazu, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. So finden wir zukünftig wirksamere, bessere Lösungen für das, was uns (und unserem Umfeld) wichtig ist. So – und nur so – kommen wir in den Flow. So – und nur so – werden wir maximal leistungsfähig. So – und nur so – werden wir letztlich zufrieden und erfolgreich.
Als Selbstzweck dagegen…
…verhindert permanentes Besser-werden-Wollen, dass wir mit dem aktuell Erreichten zufrieden sind.
Wenn ein zufriedenes Gefühl jedoch Voraussetzung für unseren persönlichen Erfolg ist, bedeutet der zwanghafte Wille, besser zu sein als man momentan vielleicht sein kann, eben auch andauernde persönliche Unzufriedenheit. Und damit andauernden persönlichen Misserfolg. Wir drohen zu scheitern. Und zwar: Big Time!
Zudem…
…führt das Diktat der permanenten Verbesserung dazu, dass niemals die maximal beste Leistung abgerufen wird.
Denn…
…wer stets damit beschäftigt ist, tatsächliche oder vermutete Mängel zu beseitigen, ist abgelenkt. Er kann seine vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht zu 100 Prozent fokussiert und schon gar nicht maximal kreativ einsetzen, um eine Herausforderung bestmöglich lösungsorientiert zu meistern.

Erfolg und Zufriedenheit…
…und auch maximal gute Performance und Leistung brauchen deshalb:
- Das Wissen und die echte, d.h. ehrliche (!) Akzeptanz, dass man selbst, einzelne Menschen und auch Gruppen im aktuellen Moment stets maximal gut sind.
- Erfolgreiche Menschen, Gruppen oder Teams wissen, dass sie zu jedem Zeitpunkt aus allen aktuell zur Verfügung stehenden Möglichkeiten immer die beste Kombination wählen – und dies immer in bester Absicht (mindestens für sich selbst). Auch wenn das von außen betrachtet oder auch im Nachhinein anders wirken mag.
- Eine gute Fehlerkultur. Dazu gehört zunächst die Überzeugung und die (ehrliche!) Akzeptanz, dass auch mit noch so positiven Intentionen im Tun Fehler passieren. Es kommt darauf an, die Fehler als Lernchance zu nutzen, um in Zukunft besser zu agieren.
Erfolgreich zu sein bedeutet…
… im aktuellen Augenblick zufrieden sein zu können und gleichzeitig seine eigenen Ziele im Auge zu haben. Wohlwissend, dass man für das Erreichen ein paar Etappen braucht, vielleicht auch ein paar Umwege geht und für den nächsten Schritt unter Umständen noch etwas lernen muss, was man heute noch nicht kann.
„Daher liegt ein Großteil der guten Charakterbildung in der Entschlossenheit, gut zu werden.“ Seneca (Briefe an Lucilius)

Wenn Sie also Erfolg haben wollen…
… erlauben Sie sich, so gut wie möglich zu sein! Mit allem, was Sie zu bieten haben: Ihren Absichten und Zielen, Ihren Stärken und Schwächen, Ihrer Persönlichkeit und Erfahrungen, also auch Ihrer Geschichte. Erlauben Sie sich, auch Zwischenergebnisse anzuerkennen und aus den bisherigen Erfahrungen zu lernen.
Versuchen Sie nicht, ständig besser zu sein als es Ihnen gerade möglich ist. Seien Sie einfach nur: gut! Damit sind Sie viel besser als viele andere.
Was mir noch dazu einfällt
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Csikszentmihalyi, Mihaly: Flow und Kreativität.- Csikszentmihalyi, Mihaly: Flow: Das Geheimnis des Glücks.
- Rodehack, Edgar: Erfolg ist, was zufrieden macht.
- Roth, Gerhard: Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten. Warum es so schwierig ist, sich und andere zu ändern.
- Roth, Gerhard: Über den Menschen.
Good time and self-management is one that makes you happy. And happiness comes to those who allow themselves to always be as good as they can be, rather than constantly trying to improve.
Just be good?
Excuse me? Just being good? These days, this idea can come across as audacious, provocative, perhaps even radical. After all, doing things as good as we possibly can right now – in the current moment – requires us to recognise and accept that the results are also maximally good right now – in the current moment. There is nothing more to be gained now at this very moment.
Yet…
… doesn’t the zeitgeist call for the exact opposite? Isn’t one of the most important demands today that we as individuals and as a society should always strive for more, that is, never be happy with the status quo?
At least that…
…we learn early on in family, education and job: „Only a C in English? You can do better than that!“ – „What additional qualifications to your studies do you have to show for it?“ – „Is this really your best concept, your best product, your best offer?“ We internalise: What matters is: Further, better, more! To always make an effort, to want more, better performance, that is not only the motto. It is also a value in itself.
And yes,
for us and others, striving for more and better is a very good thing.
However, only as long as we use it in a purposeful way. As a means to achieve our goals, it makes us learn from the mistakes of the past. In this way, we find more effective, better solutions for what is important to us (and our environment) in the future. In this way – and only in this way – do we get into the flow. In this way – and only in this way – do we become maximally efficient. In this way – and only in this way – do we ultimately become happy and successful.
As an purpose in itself, however…
…permanently striving to become better prevents us from being satisfied with what we currently have achieved. …the dictate of permanent improvement means that we never perform at our maximum best. …a person who is always busy trying to correct actual or suspected shortcomings is distracted. He cannot use his existing knowledge and skills with full focus and certainly not with maximum creativity to master a challenge in the best possible solution-oriented way. …and also maximum good performance and power therefore need: … To be able to be happy in the present moment and to have your own goals in mind at the same time. Knowing that it will take a few stages to reach them. That you might also take a few detours. And that you might have to learn something for the next step that you do not know today. … allow yourself to be the best you can be! With everything you have to offer: Your intentions and goals, your strengths and weaknesses, your personality and experiences, including your own history. Allow yourself to also accept achievements in between and to learn from your experiences so far. Don’t try to constantly be better than you can be right now. Just be: Good! That will make you much better than so many others.
Furthermore…
Because…

Success and Satisfaction…
To be successful means…

So if you want to be successful…
What Else Comes to Mind
Als Selbstzweck dagegen…

