Montag, der 15. März 2021

“Innovation! Jetzt!” – Kreativität organisieren


“It’s easier to do trivial things that are urgent than it is to do important things that are not urgent. Like thinking.”

John Cleese


Wir alle stehen heutzutage unter einem enormen Druck, innovativ zu sein, Ideen zu haben, die gut ankommen und große Geschäfte versprechen. Kreativität ist gefragt. Doch leider lernen wir nicht, wie das geht. Im Gegenteil!

Von klein auf und quer durch Schule, Berufsausbildung, Studium lernen wir zu tun, was uns von Lehrplänen vorgegeben und von LehrerInnen vorgebetet wird. (Wenn wir das gut tun, bekommen wir gute Zensuren.) So lernen wir die mutmaßlich notwendigen Handgriffe und mutmaßlich hilfreichen Denktrampelpfade. Die können wir dann auswendig.

Denn das war und ist am hiesigen Produktionsstandort gefragt. Hier haben vor allem die Prozesse stabil und effizient zu funktionieren.

Kreativität stand also noch nie hoch im Kurs. (Das letzte bisschen Ausbildung in dieser Hinsicht wurde in den letzten Jahren naturwissenschaftlichen Fächern geopfert. Beschäftigung mit Kreativität und Musisches ist seither Privatsache. Eine Katastrophe!)

Wie wir struktiert und gemeinsam Ideen entwickeln, sie auf Tauglichkeit und (wirtschaftliche) Tragfähigkeit prüfen und (!) funktionierende Geschäftsmodelle daraus machen, all das wurde und wird uns nicht beigebracht.

Das rächt sich heute.

Denn immer öfter fordern Kunden und Investoren profitable Innovationen. Also befehlen Manager in schöner anerzogender Command-and-Control-Tradition Kreativinitiativen und -meetings: “Gute! Ideen! Und zwar jetzt! Sonst läuft uns der Wettbewerber den Rang ab!”

Man ahnt, dass unter diesen Bedingungen eher weniger gute Ideen zustandekommen werden.

Was tun?

Lehre- und Ausbildung lassen uns einmal mehr im Regen stehen. Kümmern wir uns also wieder selbst drum.

Wer professionelle Kreativitätsroutinen sucht, dem könnte ein Vortrag von John Cleeses helfen. Darin spricht er von zwei Modi:

  • Einen geschlossenen Modus für konzentriertes Abarbeiten von Aufgaben.
  • Und einen offenen Modus für das entspannte kreative Brainstorming und spielerische Entdecken von Möglichkeiten.

Wer versucht, im geschlossenen Modus kreativ zu sein, kann nur scheitern. Und andersherum.


Was ich mir aus dem Vortrag merke

  • Kreativität ist viel mehr professionelles Handwerk als Talent
  • Kreativität lässt sich also erlernen.
  • Dazu braucht es Voraussetzungen. Die können (und müssen) organisiert werden.

 


Was mir sonst noch so einfälltBuchcover Denkwerkzeuge der Kreativität und Innovation