Dienstag, der 13. Juli 2021

Team ist dort, wo es “Wir” heißt!


Gerade heute, wo so viele vereinzelt in ihren Homeoffices sitzen, wird eine Frage immer wichtiger: Was ist eigentlich ein Team? 



Was macht ein Team aus?

Man könnte meinen, die Diskussion sei erschöpfend behandelt, schließlich wurde schon früh viel und oft über Teams philosophiert. Trotzdem kommt das Thema in schöner Regelmäßigkeit auf und das heute vielleicht besonders. Denn heute sitzen viele von uns tagtäglich im Homeoffice und sind noch einmal mehr gefordert, sich jenes Team zu imaginieren, mit dem sie in “normalen” Zeiten im Büro sitzen würden.


Sich mit dieser Frage immer wieder auseinanderzusetzen

ist ein natürlicher, zwangsläufiger Prozess und eine gesunde Entwicklung in gemeinschaftlichen Unternehmungen. Menschen treiben eben immer zwei Fragen um: Warum? Und: Wie?

Denn wir finden uns immer wieder freiwillig oder unfreiwillig, bewusst oder unbewusst in Situationen wieder, in welchen wir mit anderen zusammenwirken wollen oder müssen. Dann formen wir, ob wir wollen oder nicht, phasenweise Teams, die mindestens ein gemeinsames Interesse, mindestens einen expliziten oder impliziten gemeinsamen “Auftrag” haben.

Manchmal ist es auch nur eine Idee davon was gemeinschaftlich erreicht werden kann oder sollte. Basierend auf der eigenen Bedürfnis- und Erfahrungswelt empfindet diesen “Auftrag” allerdings jede/r individuell unterschiedlich. Immer.


Wenn die Fragen auftauchen:

“Sind wir ein Team?” und “Was macht uns als Team, Gruppe, Kollegen-Netzwerk, Familie, Freundeskreis, Band, Theatergruppe etc. aus?” steht für mich deshalb als erstes an, zu klären, was der Verbund von Menschen gemeinsam erreichen will.

Was ist es, was sie zusammenhält? In diesem Zusammenhang sprachen meine Kollegen, Jan Fischbach und Wolf Steinbrecher einmal von “Ziel” und “Produkt”. Ich nenne es Ergebnis. Und zwar das Ergebnis, das definiert, wo die Gruppe hinwill. Und zwar generell.


Der alleinige Fokus

auf Materialistisches, ein konkretes Produkt – so wichtig dies beim alltäglichen Tun auch sein mag – ruft nach meiner Erfahrung eher ungute Entwicklungen hervor und verhindert oft höhere Leistung.

Dem Teamergebnis, dem Erfolg ist sicher zuträglicher, wenn generell und im alltäglichen Geschehen positiv Immaterielles (für mich sind das v.a. menschliche Werte und Sinn) ins Zentrum gestellt wird.

Denn das lässt jedem Mitglied mehr Spielraum, sich selbst im gemeinschaftlichen Auftrag zu finden und sich mit all seinen Talenten und Fähigkeiten maximal gut einzubringen.


Die meisten Menschen dürften allerdings

mehr die praktischere Seite des Warum und des Wie eines Teams interessieren. Denn wie erwähnt finden wir uns ja meist ohne viel Zutun in Situationen wieder, in welchen wir freiwillig oder unfreiwillig als Gemeinschaft, als Team zusammenwirken.

Mitarbeitende, KollegInnen, Vorgesetzte, Inhaber, Kinder, Schwester, Brüder, Mütter, Väter, Schüler, Lehrer, Schulleiter, Chefarzt, Stationsarzt, diensthabender Arzt, Krankenschwester, Patient, Vereinsmitglieder und -Vorstände, all diese Menschen fragen sich stets:

Was ist zu tun? Wofür setze ich mich bzw. setzen wir uns – jetzt – ein? Generell und konkret? Was will ich individuell erreichen, was im gemeinschaftlichen Verbund? Warum? Was ist der Nutzen? Wie sind meine Vorstellungen mit jenen der Gemeinschaft vereinbar? Wie setzen wir das am besten um? Wenn wir schon und aus irgendeinem, hoffentlich guten Grund zusammenarbeiten (müssen): Wie tun wir das, um das gemeinsam angestrebte Ergebnis am besten zu erreichen?


Wer es schafft

diese Fragen für sich und in der Interaktion mit den Beteiligten maximal ehrlich, offen und wertschätzend (d.h. für mich auch: hierarchiefrei) beantwortet, wird erfolgreich sein.

Denn in einem solchen Prozess werden die wichtigen Antworten gefunden, Strittiges (z.B. widerstrebende Interessen) gut besprochen und geregelt und der Weg zum gemeinsamen Ziel gut beschritten:

Ziele werden geklärt und transparent gemacht, Rollen geklärt und Verantwortungs- und Aufgabenbereiche definiert und so organisatorischer Sinn gestiftet. Dadurch wird eine echte und ehrliche Basis für Motivation und Leistung geschaffen. Darauf kommt es bei Teamwork, bei Zusammenarbeit, bei Kooperationen an.

Gerade gute Teams stellen sich deshalb von Zeit zu Zeit die Frage, ob sie so gut sind wie sie sein könnten. Wie können sie besser werden? Was braucht es dazu?


Anmerkungen