Donnerstag, der 13. Mai 2021

Dies ist ein gutes Buch #4: Twyla Tharp: The Creative Habit


“Doing is better than not doing, and if you do something badly you’ll learn to do it better.” (Twyla Tharp)


Gerade hierzulande neigen wir ja dazu, an das Genie zu glauben. Daran, dass Kreativität mindestens ein seltenes Talent ist. Angeboren oder irgendwie genetisch veranlagt. Wenigen Auserwählten vorbehalten.


Und klar…

… ein gewisses Maß an Talent dürfte bei kreativem Wirken hilfreich sein. Ansonsten ist an der Mär vom kreativen Genie wenig dran. Kreativität ist eben wie so vieles – sorry Leute – schlicht: Üben und Tun. Also: Arbeit.

Und zwar in allererster Linie Arbeit an und mit sich selbst. Und das gewohnheitsmäßig, also regelmäßig und immer. Zumindest ist es das, was alle ernstzunehmenden Experten auf diesem Gebiet sagen. So auch Twyla Tharp, ihres Zeichens Choreographin.


Es gibt also keinen Zweifel

Wer es mit Kreativität ernst meint oder meinen will, wird sie als Teil des eigenen beruflichen und/oder privaten Lebens akzeptieren und betrachten. Und entsprechende Gewohnheiten in den Tag einbringen. Das, was Profis halt so machen. Twyla Tharp erklärt in Buch, was das heißt:

  • Wie dirigiert man den kreativen Prozess? Worauf kommt es genau an?
  • Wie fabriziert man (gute und schlechte) Ergebnisse?
  • Was trägt man mit der eigenen Persönlichkeit, den eigenen Fähigkeiten, dem eigenen Charakter und der eigenen Geschichte und den eigenen Prägungen selbst zu Kreativität bei?
  • Welche Rolle spielen dabei auch andere oder die äußeren Umständen?
  • Wie kann man sie beeinflussen?
  • Wieviel sollte man sie beeinflussen?

“This, to me, is the most interesting paradox of creativity: In order to be habitually creative, you have to know how to prepare to be creative, but good planning alone won’t make your efforts successful: it’s only after you let go of your plans that you can breathe life into your efforts.” (Twyla Tharp)


Durch viele prägnante authentische Beispiele…

…aus ihrer eigenen kreativen Arbeit und mit gekonntem, kurzweiligem Storytelling öffnet Tharp die Tür zur Werkzeugkammer ihrer Kreativarbeit. Dadurch vermittelt sie ein unglaubliches theoretisches, praktisches  und auch konkretes, praktikables Grundwissen.

Zwischendurch regt Twyla Tharp die Leser in Übungen dazu an, sich der Zusammenhänge klarzuwerden und die eigenen “kreativen” Wurzeln zu erkennen.

Das alles geschieht spielerisch, in einem plaudernden, gleichzeitig aber sehr verbindlichen Ton. So findet man beim Lesen – fast beiläufig – selbst eine kreative Struktur und beginnt sie zu etablieren (wenn man mag). Zumindest kommt man diesem Schritt sehr sehr nahe.

Das Ziel dieser kreativen Reise, die – wie in jedem guten (!) Prozess üblich – natürlich von Rückschlägen und Fehlern geprägt ist: Schlussendlich seine EIGENEN kreativen Wurzeln, das EIGENE kreative Potenzial so zu verwirklichen, wie man das möchte und kann.

Man könnte auch sagen: Das tun und auch tun können, was man tun will. So gut es eben geht.


Twyla Tharps ernsthafte, fokkusierte Art…

… und ihr UNBEIRRBARER PROFESSIONELLER Ansatz, Kreativität zu leben ist sehr beeindruckend und auch inspirierend. Vor allem auch deshalb, weil in jeder Zeile deutlich wird, dass Kreativität etwas ist, was Menschen, ja MENSCH-SEIN ausmacht.

Es kommen also nicht nur jene Leser auf ihre Kosten, die Kreativität als Job verstehen wollen oder müssen (sind wir das nicht irgendwie alle?). Diese Leser finden hier eine riesengroße inspirierende Sammlung an hilfreichen Tipps und Herangehensweisen.

Aber auch all jene, die “nur” etwas bewegen und gestalten möchten, am besten gemeinsam mit anderen und am liebsten ein bisschen zielgerichteter als bislang, bekommen Orientierung: Wie können sie Ihre Pläne durch kreative Arbeit an sich selbst besser verwirklichen? Tywla Tharps Botschaft:

Auf die ganz eigene Art kreativ zu gestalten bedeuet die eigene Freiheit zu leben. Das zu tun und gleichzeitig mit anderen Gutes und Schönes zu schaffen – darum geht es. 

Ein inspirierendes Buch für alle, die verstehen wollen, wie sie ernsthaft (professionell) kreativ, also mehr nach ihrer Natur und Vorstellungen arbeiten und leben können und dafür Hilfestellungen und Anleitung suchen. Highly reccomended!

 

“Habitually creative people are prepared to be lucky.” (Twyla Tharp)


 


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